Nature One 2014 – Der Freitag

9:20 Bämm, Sonne, Voll in die Fresse. Kaum zu glauben aber ich bin Hellwach, und das obwohl ich erst vor knapp 2-3 Stunden tot ins Bett/Schlafsack gefallen bin. Wieder einschlafen fehlanzeige, hier macht sich eine Kombination aus ziemlich heftiger Sonneneinstrahlung aufs Zelt und die langsam ihre Wirkung entfaltenden Guarana Caps in Verbindung mit leichter Unter-Jägermeisterung breit. Ich könnte Bäume ausreißen, das einzige was mich daran hindert ist a) die Tatsache das grade keine im Umkreis von 100 Metern vorhanden sind b) der Schmerz der meinen kompletten Körper, mit Ausnahme meines Kopfes, in Beschlag genommen hat … Anscheinend merke ich langsam doch den fortschreitenden Verschleiß. Also beschließe ich den Morgen mit meinem Kindle in der Sonne liegend zu verbringend getrost dem Motto meines persönlichen Vorbildes Homer J. Simpson „Alles, was weiter als 12 Schritte entfernt ist, ist es nicht wert hinzulaufen!… 12 Schritte!!!“

Mittlerweile ist es Mittag geworden und auch der Rest der Personen im Umkreis von 12 Schritten schält sich mehr oder weniger verstrahlt aus seinen Zelten oder kommt noch vertrahlter aus Richtung schneller repetetiver Musik die auch in den frühen Morgenstunden weder leiser noch langsamer (im Gegenteil 😀 ) geworden ist und Körper und Geist in sanfter Weise umschmeichelt. Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich und jeder der es noch nicht erlebt hat und es gerne einmal erleben möchte kann ja mal versuchen 30 verschiedene Tracks gleichzeitig ab zu spielen in einer BPM Range von 120-180. Dazu ein wenig Hall, weil ja nicht jede Box nur 12 Schritte entfernt steht sondern man eigentlich je nach Wind auch gut und gerne mal dem Belgischen total Kaputkis aus 300 Metern zuhören darf. Unnötig zu erwähnen das es nur sehr schwer gewesen ist mir das Grinsen aus dem Gesicht zu hämmern, was auch daran liegen mag das dies in dem Zeitpunkt die einzigen Muskeln sind die ich bewegen kann ohne schmerzen 😀

Langsam wurde es nun Zeit die Nachbarn zu begutachten, denn im dunklen ist das nicht ganz so einfach gewesen. Hätte ich dies doch nicht getan! Die 4er Gruppe Mädels neben uns entpuppt sich bei Tageslicht betrachtet als „für ein paar strenge Winter durchaus zum Überleben gerüstet“. Doch dies ist eigentlich ja nicht unbedingt schlimm, eher die Tatsache das die Damen ihre morgendlichen Waschungen anstelle im Duschzelt, im eigenen Zelt oder meinetwegen irgendwo anders, direkt in Sichtlinie zu meinem Campingstuhl neben ihrem Auto vollführen mussten. Und ich meine nicht das Gesicht. Wieder ein Indiz dafür das ich älter werde… Früher® (also mit 18-20) hätte ich dies sicherlich als eine Art Einladung angenommen, wäre aufgestanden, hätt die Damen genagelt und mich 1 Minute später mit einer Zigarre im Mund und einer „Doesn’t matter, had sex“ bzw. „Lieber widerlich als wieder nich“ Attitüde wieder in meinen Stuhl gesetzt, oder zumindest lautstark meine Hilfe angeboten. Heute kann ich zwar auch nicht wegsehen (wie bei einem Autounfall) allerdings hatte ich das innige Bedürfnis mir die Augen mit Salzsäure zu waschen um diese Bilder wieder aus dem Kopf zu bekommen. Ich bin mir sicher das ich noch Wochenlang emotional daran zu knabbern haben werde.

Egal, der Tag ist so vor sich hin gedröppelt mit einem Gemütlichen Walk über das Campingvillage, der Dusche im Duschzelt und der Zubereitung von herrlichem Vegatarischem Essen … also Vegetariern bestehend … auf dem Grill wird es Zeit sich langsam auf zu raffen, gedanklich und emotional auf die nächsten Stunden ein zu stellen.

Es ist immerhin schon 21:00 als wir unsere Kadaver in Bewegung setzen und wie die Lemminge der Audiovisuellen Schlachtbank entgegen krabbeln. Ein Strom aus feierwütigen, zum großteil Ersties (daran sehr gut zu erkennen das der Alkohol- und/oder Drogenkonsum deutlich (!!!!!) zu viel war und ich mir denke das die einfach nur Sterben müssen wenn es in Richtung Bunker geht… aber was bilde ich mir auch ein ein Urteil abgeben zu dürfen) ergießt sich üder den Feldweg Richtung Gelände. Am Rand kann man im Lichte der Dämmerung grade noch erkennen wie die letzten noch einmal fürs große Geschäft zwischen den Bäumen verschwinden … und mit viel GlückPech kann man sogar dies noch optisch erleben wenn man die Augen nicht schnell genug auf den Hintern der nächstbesten Dame mit BMI<23 richten kann.

21:30 Hurra, wir sind durch die Kontrolle ohne Hafenrundfahrt und haben unser Festivalbändchen … Time for a selfie.IMG_0770

Ist auch ein guter Zeitpunkt, denn sosehr die Masse auch ins Gelände gedrückt hat so ist sie abrupt zum stehen gekommen da anscheinend jeder ein #Selfie machen muss um eventuell an dem Wochenende gezeugten Kindern einmal beweisen zu können das man ja kein Spießer gewesen ist als das Leben noch lebenswert war.

Also erstmal einen Zug durch die Gemeinde zum checken was so „abgeht“. Nun, es handelt sich immernoch um einen Militärstützpunkt und wurde innerhalb der letzten 12 Monate nicht in eine exakte Kopie des Playboy Mansion anwesens inklusive Bewohnern umgewandelt. Ok, die Wahrscheinlichkeit hierfür war auch extrem gering aber hey man darf ja noch träumen…

Im Großen und Ganzen ist alles irgendwie beim alten geblieben, die unterschiedlichen Stages sind immer noch ungefähr das was sie mal waren, es legt also nicht Heino im Hardcor Gladiators Zelt auf, wobei das sicherlich auch mal ne Show wär auf die ich verzichten könnte :D. Passend zum 20. Geburtstag der Nature hat I-Motion bzw. SFX sich ausgedacht den Classic Terminal mit einer Art güldenem Kerzenkranz zu verzieren. Ich persönlich würde ja nicht sagen das es potthäßlich war … ich schmeichel ja nur ungerne, aber wen interessiert schon meine Meinung…

IMG_0782Zu den Acts kann man nur sagen, Joah da ging was, wenngleich ich immer noch nicht verstehe warum auf dem Classic Floor während eines Sets 2 Leute eine Rückenmassage bekamen so als Live-Performance, aber vielleicht bin ich auch zu alt dafür 🙁 . Die meiste Zeit des Freitag Abends/Nachts habe ich dann im Century (Väth, Cox, Faki, Kanzler … ich muss immer noch fast sabbern) und im Abstrakt/Masters of Hardcore verbracht, mit kleinen Schlenkern über die anderen Floors. Die musikalische Ekstase zu beschreiben die ich empfinden durfte, das ist beinahe unmöglich, bzw. habe ich das gefühl das die Deutsche Sprache einfach nicht ausreichend ist … deshalb hier in php…

<?php
  $expectations = 1;
  $fuckingamazelevel = $expectations;
  while($fuckingamazelevel > 0 && $me->isAufmFestivalGelaende == true)
    $fuckingamazelevel++;

  for($i=0;$i<$fuckingamazelevel;$i++)
    echo "Es war einfach nur GEIL!\n";
?>

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